Blinde Rache

Schauspiel von Michael McKeever

Der schlimmste Schmerz: einer, der nie heilen kann. Ty Bosworth hat seine kleine Tochter verloren – die Tat eines Geisteskranken. Der aber lebt auch nicht mehr, wurde erschossen von der Polizei.

Die tödliche Leere im Leben. Trinken, ja, Whisky, viel Whisky. Damit hat er schon seine Familie zerstört, als noch
alle am Leben waren. Wozu sollte er gerade jetzt nicht trinken? Nichts führt irgendwohin. Nicht die Trauer, nicht die
Wut, nicht der Hass. Was tun? Es ist gar keine Leere in Ty Bosworth. Er ist randvoll mit Schmerz und Hass. Eine
Zeitbombe.

Denn die tote Tochter ist immer bei ihm, sie hat ihren Papa so lieb, das tut so gut, und sie drängt auf Rache. Einer nämlich bleibt noch, der zu bestrafen wäre: Ellis Burke, der große Star unter den Strafverteidigern. Sein letzter Mandant stand wegen schwerster Sexualverbrechen vor Gericht. Aber Burke hat jede Schwachstelle der Anklage genutzt und die Indizien der Staatsanwaltschaft seziert, bis sie nichts mehr wert waren. Im Zweifel für den Angeklagten! Der Mann kommt frei und schlägt wieder zu. Sein nächstes Opfer ist Alexandra, Tys kleiner Engel. Für Ty ist klar: Schuld ist der brillante Verteidiger! Der Mann soll büßen. Krepieren soll er! Sagt Ty. Sagt Alexandra. Sagt wer eigentlich genau? Egal.Die Zeitbombe tickt.

Ty verschleppt Burke in eine abgelegene Hütte, gefesselt und geknebelt. Endlich ist er da, der Moment der Rache! Aber Burke soll nicht sofort sterben. Erst soll er Blut und Wasser schwitzen, winseln und um Erbarmen flehen, erst soll er erleben, was Tys kleine Tochter auch ausstehen musste: Todesangst. Aber Ty und sein Opfer bleiben nicht ungestört. Tys lästig besorgte Stiefmutter Willa steht sogleich auf der Matte. Terry, sein Bruder und halbherziger Komplize, taucht auf – und schließlich auch noch Claire, Tys Ex-Frau, die selbst unter dem schmerzlichen Verlust des Kindes leidet. Ty dreht fast durch. Die Entführung des Verteidigers fliegt auf. Und die Rache, die lang ersehnte, unausweichliche, erscheint mit einem Mal in einem ganz anderen Licht.

Michael McKeever erzählt in seinem neuen Stück diesen Showdown auf engstem Raum so fesselnd und psychologisch subtil, dass man unweigerlich an die Geschichten von Stephen King und Stieg Larsson denkt. McKeever zieht den Zuschauer mitten hinein in einen packenden Psychothriller: in eine Begegnung von zutiefst verzweifelten Menschen, ergreifend und mit immer wieder überraschenden Wendungen. Und mit Kernfragen, ebenso faszinierend wie existenziell: Was ist Gesetz, was Recht? Und was davon ist gerecht?

Der Autor

Der Autor, Maler und Schauspieler Michael McKeever ist gleich zweimal in unserem Spielplan vertreten. Geboren 1962, lebt und arbeitet er in Florida. In seinem Werk ergründet McKeever auf brillante Weise die verschiedensten
Aspekte des menschlichen Lebens und Miteinanders, beschreibt sie mit hintergründigem Humor und großem Einfühlungsvermögen. Zu seinen wichtigsten Stücken gehören Open Season (LIEBESLÜGEN), That Sound you hear, The New Orleans Story und 37 Postcards. The Garden of Hannah und Sexy & Miggs wurden mit Preisen ausgezeichnet.

Videotrailer

Editor: Alexander Merola, David Lochner

Pressestimmen

Intensität und Dichte gab es gleich zu Anfang. Als Entführer Ty den Plastiksack mit einem lebenden Menschen darin auf die Bühne schleppt, als dieser darin zappelt, als er später gefesselt und mit Klebeband geknebelt wird, möchte man am liebsten aufspringen, nach vorne stürmen und das Opfer befreien, so schwer ist das mit anzusehen… Das Stück, das eine traurige Aktualität bekommt, ist für alle Darsteller eine Herausforderung. Regisseur Thomas Luft hat in der Besetzung der Rollen hervorragendes Gespür bewiesen… Gut gespielt, inszeniert mit Überlegung und Feinsinn.
Augsburger Allgemeine, Landsberg

Knisternde Spannung liegt im Raum … Einen beklemmenden Psychothriller haben die Zuschauer im Kur- und Stadttheater erlebt … Das intensive Spiel der hervorragenden Darsteller von Theaterlust aus München ließ die innere Zerrissenheit der Kidnapper fast körperlich spürbar werden. Ist es richtig, Gleiches mit Gleichem zu vergelten? Können wir Frieden finden, wenn wir selbst zu Mördern werden? Das überwältigte Publikum spendete am Ende lang anhaltenden Applaus. Und es kam nicht umhin, sich mit diesen Fragen auseinander zu setzen.
Lippische Landes-Zeitung, Bad Salzuflen

Assoziationen an Magnus Gäfgen und Marianne Bachmeier werden in dem Schauspiel von Michael McKeever wach, dass das Ensemble „Theaterlust“ in seinem spannenden Spiel um Schuld und Rache zum Thema macht… Mucksmäuschenstill verfolgen die Zuschauer das vom Ensemble brillant gespielte dichte Kammerspiel.
Neue Westfälische Zeitung, Bad Oeynhausen

Ein hervorragend besetztes Ensemble der „Theaterlust“ aus München spielt sich direkt unter die Haut der Zuschauer und hat mit einer sehr schwierigen und emotional berührenden Thematik ein Pulverfass der Gefühle aufgemacht… Die dramaturgische Intensität und emotionale Dichte der Spielweise führten zu großer Betroffenheit, und unweigerlich setzte sich das Publikum mit der Frage, ob es durch eigenmächtiges Handeln so etwas wie Gerechtigkeit geben kann, auseinander.
Lingener Tagespost, Lingen

Seelenpein um Vergeltungsdrang und Gerechtigkeit… Es ist ein eindringliches Spiel um Menschen in Extremsituationen, das die Münchner „Theaterlust“ mit dem Stück von Michael McKeever auf die Bühne bringt… „Blinde Rache“ ist in einer Art Kammerspiel angelegt. Auf engem Raum agieren und kommunizieren die Figuren, hier wie gelähmt von Entsetzen, beherrscht von aufgestauten Aggressionen. Autor McKeever und Regisseur Thomas Luft haben eine Charakterstudie mit reichlich Entfaltungsmöglichkeiten geschaffen, die vom Ensemble beeindruckend ausgelotet werden… Versöhnlich präsentiert sich das Ende, als Ty im imaginären Gespräch mit seiner toten Tochter bekennt: „Ich hab’s versucht – ich konnte es nicht tun!“ Unter den hoch verdienten Beifall der Zuschauer mischt sich auch ein Gefühl der Erleichterung.
Schwarzwälder Bote, Freudenstadt

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Namen, Daten, Fakten

mit

Stefan Lehnen

Johannes Schön

Christa Pillmann

Felix Hellmann

Edith Konrath

Inszenierung

Thomas Luft

Bühne und Kostüm

Erwin Kloker und Thomas Luft

Lichtgestaltung

Thomas Niedermaier

Videodesign

David Barry

Sounddesign

Georg Karger

Dauer

etwa 1 Stunde und 20 Minuten, ohne Pause

Premiere

21. Februar 2015
Stadttheater Landsberg am Lech

Gastspiele

22. März – 19. April 2015
12. Januar – 05. Februar 2017

Fotos

Hermann Posch

Aufführungsrechte

Ahn & Simrock Bühnen- und Musikverlag, Hamburg

Preis

5.960 Euro + 10 % Tantieme
Gema/GVL zur Uraufführung